Was kann man tun, um nicht abhängig zu werden?
Wie kann man wieder vom Kartenlegen unabhängig werden?

 
 

 

Die Themen dieses Kapitels zum Anklicken:

 

 

Wer ist überhaupt abhängig?

Es ist nicht so, dass es hier klare Abgrenzungen oder Einteilungsmerkmale gibt, und es macht keinen Sinn in Kategorien zu denken wie „abhängig“ und „nicht abhängig“. Die Menschen, die das Kartenlegen nutzen, sind alle mehr oder weniger abhängig von ihrer Beraterin. Jeder Mensch gibt etwas Eigenständigkeit und Macht ab, wenn er einen anderen bittet zu beurteilen, wie es um ihn steht und was er am besten tun sollte. Bemerkenswert ist jedoch, dass ein wirklich süchtiger Mensch sich seine Sucht nur sehr schwer und auch recht spät selbst eingesteht. Noch viel später spricht er dann mit anderen Menschen darüber. Vor allem läßt der Schritt, etwas dagegen zu unternehmen, zumeist sehr lange auf sich warten.

 

 

Ein erster einfacher Schritt

Wer das Gefühl hat, selbst ein Problem mit der Abhängigkeit vom Kartenlegen zu haben, für den ist es am sinnvollsten, sich zunächst erst einmal an eine professionelle Beratungsstelle zu wenden. Eine gute Adresse ist hier sicherlich die www.sucht-und-drogen-hotline.de.

Auch kannst zu zur Bewältigung deiner persönlichen Probleme die kostenlose Telefonnummer der TelefonSeelsorge in Deutschland nutzen: 0800-1110111 oder 0800-1110222 (Diese Beratung ist gratis.) Hier kannst du immer wieder anrufen. Dabei wirst du weder abhängig noch ärmer. Ganz im Gegenteil: Du wirst wieder stärker und eigenständiger werden und immer mehr mit beiden Füßen auf der Erde stehen. Diese Nummer kannst du auch nutzen wenn du keineswegs kartenlege-süchtig bist, aber ein anderes Problem hast, worüber du gerne mit jemanden sprechen möchtest. Die Beraterinnen und Berater dort sind offen für jeden Menschen und für jedes Problem – ohne Ausnahme. Und hier ist nicht nur das Erst-Gespräch gratis, sonder alle weiteren folgenden Gespräche auch. Wo gibt es das sonst noch? Nur dort wo sich noch Menschen ehrenamtlich für eine wichtige Aufgabe engagieren.

Du kannst aber auch zu einem Seelsorge-Berater direkt vor Ort persönlich gehen. Wo du einen Ansprechpartner findest, erfährst du auch über die Website der TelefonSeelsorge in Deutschland.

Wenn du ein größeres Problem hast oder dich in einer regelrechten Krise befindest, so gibt es noch ein anderes sehr gutes Gesprächsangebot für dich, das gratis ist: Nimm eine Psychologin oder einen Psychologen in Anspruch. Auch hier bekommst du in angenehmer Gesprächs-Athmosphäre (du wirst nicht auf die „Coach“ gelegt) Klarheit und professionelle Beratung. Gratis sind die Gespräche hier insofern deshalb, weil deine Krankenkasse die Kosten übernimmt. Nimm einfach mit einer Psychologin oder einem Psychologen deiner Wahl Kontakt auf, sie oder er sagt dir dann schon, wie das mit deiner Krankenkasse geregelt wird.

Außerdem möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf die Trauerbegleitung (www.trauerbegleiter.com) bzw. Trauerseminare hinweisen. Für Menschen, die den Verlust eines geliebten Menschen nicht verkraften können, kann dies ein guter Weg aus der Krise sein.

 

 

Wer ist wirklich dein Freund oder deine Freundin?

Wenn du einfach nur jemanden brauchst, mit dem du offen reden kannst, so scheue dich nicht, dich deinen besten Freunden anzuvertrauen. Normalerweise wird eine Freundschaft viel tiefer und wertvoller für beide werden, wenn man den Mut aufbringt, sich öffnet und sich seiner Freundin oder seinem Freund anvertraut mit Themen, die einen wirklich beschäftigen und die einem wirklich wichtig sind. Wenn man es sich angewöhnt, seine Freunde um Hilfe zu bitten, wenn man einmal wirklich Hilfe braucht, kann man nur gewinnen. Man weiß dann auch, auf wen man wirklich zählen kann. So entwickeln sich die wirklich guten Freundschaften. Die unechten und oberflächlichen Freundschaften mit Getratsch und Geläster, in denen jeder nur eine Rolle spielt, entpuppen sich dann als das was sie wirklich sind: Zeitverschwendung.

Für viele Kartenlege-Kunden ist die Beraterin wie eine gute Freundin geworden. Doch das ist eine Illusion! Gerade wenn es eine gute und professionelle Beraterin ist, so muss sie immer die Distanz zu ihren Kunden bewahren. Sonst kann sie diese intensive Arbeit mit Menschen, die meistens in Krisen stecken, nicht lange in guter Gesundheit machen. Während des Gespräches (für jede Minute, die du zahlst) bist du wahrscheinlich der wichtigste Mensch auf der Welt für deine Beraterin und bekommst ihre ganze Aufmerksamkeit und ganz viel Liebe. Nach deinem Gespräch wirst du jedoch von dem nächsten „wichtigsten Menschen“ abgelöst und wenn deine Beraterin dann irgendwann einmal frei hat, wendet sie sich endlich den Menschen zu, die ihr wirklich wichtig sind. (Oder ruft sie dich auch einmal aus dem Urlaub an oder schreibt dir eine Karte?)

 

 

Die einfache Lösung: Einfach Loslassen!

Wenn du dein Problem lösen willst musst du es lösen! Lösen bedeutet, etwas los machen was vorher fest war. Überprüfe doch einfach einmal, was bei dir „feststeht“. Woran hälst du fest? Auf wen bist du fixiert? Auf deinen Ex-Herzensmann? Auf den neuen kommenden Herzensmann? An welchen Ideen, Plänen, Rollen, Ängsten, Angewohnheiten hälst du fest?

René Egli gibt sehr schöne Anregungen zum Loslassen in seinem Buch „Das LOLA-Prinzip“. Auch Bärbel Mohr hat in ihren Büchern ausführlich beschrieben, warum das loslassen so wichtig ist. Wenn man sich seinen Herzenswunsch (nicht Herzensmann) beim Universum bestellt hat, indem man es sich vorgestellt und emotional erlebt hat, dann hat man es ausgesendet ins Universum. Nun muss man es auch loslassen.

Die Zukunft ist wie ein Same, den man durch seine Gedanken und Emotionen gepflanzt hat. Wenn man ihn nun ständig wieder ausbuddelt um nachzusehen, ob er bereits keimt, dann hat er keine Chance zu gedeihen. Auch kann man später nicht versuchen, am frischen Keimling zu ziehen, damit er schneller wächst.

Eine andere Analogie dazu ist: Wenn ich im Restaurant etwas zu essen bestellt habe und lasse den Koch ständig zu mir kommen und einen Lagebericht zum Stand des Kochprozesses schildern, so funktioniert das auch nicht. Man muss einfach darauf vertrauen, dass die Verwirklichung geschieht.

Damit meine ich nicht, dass man in Passivität verfallen soll! Nein, man soll sich nicht mit den zukünftigen Ereignissen (den Samen und Keimlingen) beschäftigen, sondern mit der Gegenwart, mit der akuten Situation und dem, was man jetzt gerade am besten tun kann. (Z. B. Sich mit diesen Inhalten auseinandersetzen.)

Auf Meditation-Download.de gibt es einen interessanten Artikel zum Thema Wünsche erfüllen und Manifestieren durch Meditation.

Wenn man dieses Prinzip verstanden hat, so versteht man auch, dass es keinen Sinn macht und sogar kontraproduktiv ist, immer wieder eine Beraterin anzurufen und die gleichen Fragen zu stellen. Besser man macht ein einmaliges Klärungsgespräch: Was will ich überhaupt? Wo kann es hinlaufen? Wo sind noch Türen offen und was könnte hinter diesen Türen sein?

Danach stellt man sich das Ziel oder die angestrebte Vision einmal vor und erlebt es emotional ausgiebig. Und dann war es das auch erst einmal zu diesem Thema! Man kann sich nun wieder den unendlich vielen kleinen Herausforderungen des Alltags (des Hier und Jetzt) widmen. So braucht man weiterhin erst einmal keine Telefonate mehr führen. Das ist zwar nicht gut für die Geldbeutel der Kartenleger aber dafür um so besser für den eigenen.

Weitere Tipps und Anregungen zum Thema Loslassen gibt es hier:
www.1-meditation.de/loslassen/loslassen.html.

 

 

Die eigene innere Führung nutzen

Eine weitere Möglichkeit, der Suchtgefahr zu wiederstehen oder ihr zu entkommen ist, selbst den Draht zur inneren Führung oder eigenen Intuition zu finden und zu entwickeln. Dann bekommt man auch diese Bestätigung und Sicherheit dafür, dass man auf dem richtigen Weg ist oder man bekommt wertvolle Impulse, in welche Richtung man gehen sollte. Da diese Impulse und Bestätigungen jedoch von einem Selbst kommen, zweifelt man nicht mehr daran. Man braucht nun niemanden mehr anzurufen und zu bezahlen.

Dann hat man stets die Sicherheit (auch gefühlt) dafür, dass bereits jetzt in diesem Moment alles gut und sogar perfekt ist. So braucht man nicht mehr auf eine spezielle positive Entwicklung mehr zu hoffen und sich daran festzuklammern. Man braucht nicht mehr vor der Realität in eine Wunschwelt zu flüchten, wenn die Realität in Ordnung und geliebt ist.

Ganz wichtig: Die Frage nach dem, was zu tun ist, stellt sich immer im Hier und Jetzt und jeden Moment wieder neu. Vorteilhafterweise kann man auch jederzeit seine eigene Führung dazu in Anspruch nehmen. Die Antworten und Lösungen, die man erhält, betreffen jedoch normalerweise auch immer nur die jetzige Situation und Problemstellung.

Weitere Infos zur inneren Führung gibt es hier:
www.1-meditation.de/Meditation-Anleitung/innere-Fuehrung/innere-Fuehrung.html.

 

 

Sich ein Zeit- oder Umsatzlimit setzen

Die Suchtproblematik hat dazu geführt, dass es bei den meisten Portalen für das Kartenlegen die Möglichkeiten gibt, ein Umsatzlimit festzulegen. Wenn man das Limit erreicht hat, wird man gesperrt und kann nichts mehr ausgeben. Das Limit kann man erst viel später wieder ändern.

Man kann auch vor dem Gespräch festlegen, wie lange das Gespräch maximal dauern darf, bis dann die Verbindung automatisch abgebrochen wird. Wenn nämlich die Beraterin in der ersten Gesprächsphase die vergangenen Ereignisse und die gegenwärtige Situation gut erkannt und beschrieben hat und man Vertrauen gewonnen und sich geöffnet hat, so will man diese Chance nutzen und immer mehr wissen und immer detaillierter fragen. Es tut so ungemein gut, wenn man sich von einem anderen Menschen so richtig verstanden und angenommen fühlt und sich ihm voll und ganz anvertrauen kann, mit allen seinen geheimsten Sorgen. So verfliegt die Zeit und man merkt gar nicht, wieviel Geld man investiert. Daher ist es wichtig, sich vor dem Gespräch ein Zeit- bzw. Kostenlimit zu setzen. So konzentriert man sich während des Gespräches auch noch mehr auf das Wesentliche.

 

 

Spirituelle Kontakte / spirituelle Seminare

Wenn du dich von der Spiritualität angezogen fühlst, so nimm doch einfach Kontakt mit der spirituellen Szene bei dir vor Ort auf und finde heraus, welche Menschen, Gruppen und Gemeinschaften zur Zeit für dich wertvoll sein können. Du kannst dich umhorchen, wo es Meditationsabende gibt, eine Esoterik-Messe vor Ort besuchen und dort Kontakte knüpfen. Eine gute Idee ist auch, Seminare zur spirituellen Entwicklung zu besuchen. Dort lernst du meistens sehr viel und kannst auch leicht neue Freundschaften mit Gleichgesinnten beginnen. Solche Seminare sind auch nicht teurer als das häufige Kartenlegen, sie bringen aber letztendlich mehr für deine Persönlichkeit und machen dich nicht abhängig.

 

 

Von der Traumwelt zurück ins wahre Leben

Wenn wir uns in unserem Leben gerade in einer schweren Krise befinden, verbringen wir die Zeit lieber emotional und geistig in einer angenehmen Traumwelt anstatt uns ständig mit unseren Problemen zu konfrontieren. Doch manchmal brauchen wir so eine Krise – sozusagen als Tritt in den Hintern, damit wir aktiv werden und uns und unserer Leben verändern.

Die Lösung ist hier also aufzuwachen, sich der wahren (unangenehmen) Realität zu stellen und sie zu meistern, anstatt weiterzuschlafen und von einem besseren Leben zu träumen. Die Träume sind sehr wertvoll für uns. Sie zeigen uns unsere wahren Gefühle und Sehnsüchte. Sie verbinden uns mit unserem Herzen und können uns auch die Richtung weisen. Dabei geht es aber nur um die angestrebten Gefühle und die Art wie wir leben sollten. Die konkreten Umstände müssen wir jedoch in unserem Leben selbst schaffen.

Und die beteiligten Personen können wir uns dabei nicht aussuchen. Jeder Mensch hat das Recht so zu leben und zu sein wie er möchte, und auch zu entscheiden, mit wem er leben möchte. Unsere Träume sagen uns, wie unser Traumpartner sein könnte aber nicht wer er ist. Deshalb bringt es nichts, an dem einen bestimmten Herzensmann festzuhalten. Wenn wir hellwach und aufmerksam durchs Leben gehen, dann erkennen wir umso leichter den Menschen, der das Potential hat, unser wahrer Traumpartner zu werden.